Le Grand Tour 2022

 

 

Teil 4a: Vom Rhein zur Rhône I - Freiburg bis Besançon

Nach einem Tag Pause in Freiburg ging's weiter Richtung Frankreich.

Ich habe die Pause genutzt, mich von einigem Gepäck zu befreien: Espressomaschine, Laptop und einige der Klamotten blieben hier; und für den Kollegen vom rbb: Eine Fritteuse habe ich auch jetzt nicht eingepackt. Trotzdem sind die Taschen immer noch reichlich voll!

Da ich von Komoot wg. der vielen unnötigen Berg-Routen etwas genervt war, habe ich am ersten Tag Naviki ausprobiert, das die Option einer kürzesten Strecke hat. Ich wurde so weitgehend über den Radweg entlang der B3 geführt, kam aber auch durch kleine Orte, hier Norsingen.

Weiter entlang der Straße.

Heitersheim

Je näher man dem Rhein kommt, desto schlechter werden übrigens die Wege. Hier war's noch OK.

Hier eher nicht mehr!

Und endlich ging's über den Rhein!

Ottmarsheim Rathaus

Naviki wollte mich dann über die viel befahrene D39 nach Mulhouse leiten, ein No Go, wie ich fand. Unter viel Gezeter der App (man kann mit Naviki nicht so einfach on the fly umplanen) habe ich einen Weg genommen, der früher an den Rhein-Rhône-Kanal (und damit an den EuroVelo 6) führt, landete allerdings auf der falschen Seite des Kanals. Über diese Brücke hätte ich gemusst! Auch die Stimme von Naviki hat eine gewisse Links-Rechts-Schwäche.

Aber dann ging's entspannt am Kanal entlang ...

... nach Mulhouse. Hier Durchblick auf die Kirche St. Genevieve.

Am nächsten Tag ging's weiter auf dem EV 6 entlang des Rhein-Rhône-Kanals. Es war wieder schön sonnig und ich hatte entschieden, die Tagesetappen zu kürzen: Ziel war jetzt ein Camping nahe Valentigney.

Der Kanal steigt zunächst an und hat daher viele Schleusen.

Wobei man mit der Zeit ein Prinzip erkennt: Etwa alle Kilometer eine Schleuse, der Radweg steigt dazwischen nur leicht an, an der Schleuse aber massiv mit 6%, um danach wieder etwas abzufallen . ..

... und dann wieder langsam anzusteigen usw.

Die Versorgungslage ist anfangs gut. Hier in Dannemarie schon das zweite Café direkt am Weg, weitere gab's wohl in den Dörfern, an denen der Kanal vorbei führt.

5 km hinter Dannemarie oder 1210 km von Panktal entfernt scheint der Scheitelpunkt des Kanals erreicht. Der Radweg verläßt den Kanal.

Froidefontaine

Und weiter ...

... wieder am Kanal lang.

Wobei es durchaus auch weiterhin leicht bergan geht, aber die Schleusen sind seltener, dafür kommt man durch Dörfer ...

...und schließlich in den Ballungsraum um Montbéliard, Heimat von Peugeot, in dem auch Valentigney und mein Camping in Mandeure liegt. Die Region scheint durchzogen von Fahrrad-Schnellwegen, die offenbar auf alten (Industrie?)-Bahnstrecken liegen.

Blick auf Audincourt.

Schließlich Mandeure

Ausblick aus dem Zelt in Mandeure

Am nächsten Tag wieder durch Mandeure ...

... über den Doubs ...

... nach Valentigney-City. Man sieht, es war wieder mollig warm und schön sonnig! Mehr City habe ich übrigens nicht gefunden, dafür Komoot einen Weg aus der Stadt, der steil über einen Berg führte.

Dann wieder auf dem EV6, der jetzt z.T. auch dem Doubs folgt, der hier das Jura Vorgebirge durchschneidet.

Bei Voujeaucourt kreuzen sich Doubs und Rhein-Rhône-Kanal, um dann nebeneinander zu fließen.

Der Radweg folgt meist dem Kanal ...

... manchmal aber auch dem Doubs.

Derweil zog doch tatsächlich ein Gewitter auf! Aber es fielen nur einige Tropfen, ...

... so dass ich meinen nächsten Zeltplatz in Pays de Clerval trocken erreichte.

Ein Problem stellte aber mal wieder das Abendessen dar. Der kleine Ort hat zwar zwei Restaurants, von denen aber nur eins auf hatte (hier links) und nur Menüs ab 30€ aufwärts bot. Der Supermarkt hatte schon um 18 Uhr geschlossen. Und ansonsten gab's noch einen Pizza-Automaten, dem ich nicht so recht traute. Die beiden Damen, die davor bereits auf ihre Pizza warteten, wiesen mich dann aber noch auf einen Döner-Laden hin, der tatsächlich ein passables Menu bot.

Ziel des nächsten Tages war Besançon, wobei der Radweg jetzt dem Doubs folgte und stellenweise deutlich hügeliger war als am Kanal. Noch in Clerval gab's die erste heftige Steigung ...

... die nächste einige Kilometer später bei der Einfahrt in das Dörfchen Roche-les-Clerval, wo man den Radweg sinnigerweise noch ein wenig steiler gestaltet hat als die Straße: Man muss so kürzer Schieben!

Dafür wird man dann von einer wunderschönen Landschaft entschädigt.

Auch hier scheint es überall kleine Industrie zu geben.

Sagte ich schon, dass der Doubs hier das Jura-Vorgebirge durchschneidet?

Das Panorama rief geradezu nach einer ausgiebigen Brotzeit.

Weiter geht's ...

... und weiter. Cafés oder Ähnliches sucht man allerdings vergeblich.

Erst am Ende des Örtchens Deluz, schon kurz vorm Ziel, gibt es auf einem alten Industriegelände einen Kaffee- und Eisverkauf. Man kann hier auch Tretautos ausleihen, aber irgendwie mir war nicht danach. Das Industriegelände ist mit diesem kleinen Kanal an den Doubs angeschlossen.

Etwa eine halbe Stunde später ist man am Camping von Besançon, der etwas vor der Stadt liegt.

Hier war ein Tag Pause eingeplant, u.a. um diesen Blog zu aktualisieren, was sich als schwieriger erwies als gedacht.

Da der Laptop in Freiburg geblieben war, musste alles auf dem Android-Tablett passieren, was ja eher ein Spielzeug, denn ein produktives Arbeitsmittel ist. Kurz: Diese Seite hat mich so viel Zeit gekostet, dass ich mich ernsthaft frage, ob es die Sache wert ist. Ihr werdet sehen, zu welchem Ergebnis ich komme.

Am Abend hatte ich mir jedenfalls ein Sushi am Zelt (Carrefour macht's möglich) und die erste Flasche französischen Weins verdient, und ich beschloss, noch einen Tag für die Stadt dran zu hängen.

Der zweite Pausentag also für die Stadt Besançon, die noch etwa 8 km vom Zeltplatz entfernt liegt. D.h. Komoot hat natürlich eine kürzere Route gefunden: direkt über den Berg, der Chalezeule von Besançon trennt - nur ca. 5 km, aber 6-10% Steigung. Ich nahm dann doch lieber den längeren Weg am Doubs entlang, auf dem man an netten und manchmal auch eigenwilligen Kleingärten und Wochenendgrundstücken vorbei kommt.

Das erste, das man auf diesem Weg von der Stadt sieht, ist die Zitadelle auf dem Berg am Beginn der Halbinsel.

Dann geht's über die Brücke in die Innenstadt, ...

... die ausgesprochen schön ist, ...

... wenn auch am Sonntag etwas verlassen.

Am Doubs.

Noch ne Kirche ...

... und das moderne Rathaus.

Besançon war über die Jahrhunderte hart umkämpft. Die Zitadelle, aber auch die Stadtmauer am Fluss lassen es ahnen.

 


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