Le Grand Tour 2022

 

 

Teil 2: Harz - Frankfurt/M.

Die Mühe des Schiebens am Vorabend machte sich am nächsten Morgen natürlich bezahlt: Schwungvoll ging es den Berg, auf dem der Zeltplatz in Northeim liegt, wieder hinab in den Ort.

Dessen Reiz hat sich mir bei der Durchfahrt allerdings nicht wirklich erschlossen.

Und weiter ging's entlang der Landstraße...

... aber auch immer wieder durch kleine, meist nichts sagende Orte.

Göttingen habe ich nur nordwestlich gestreift, aber Komoot wollte mir die Stadt trotzdem zeigen und hat mich direkt danach über einen Berg geführt: 2 km lang mit 6% Steigeung über den Sommerberg! Da war relativ bald wieder Schieben angesagt! .

Und die Steigung war noch keineswegs zu Ende. Dafür gab es aber einen kräftigen Schauer!.

Hinter der Bergkuppe gab's dann einen z.T. malerischen Abstieg.

Allerdings verlief der Weg weiterhin relativ hoch (also immer wieder hoch und runter) zwischen Knut- und Ossenberg entlang.

Und durch den Naturpark Münden ....

... bis an die Weser nach Hann. Münden, einem schönen kleinen Städtchen mit vielen Fachwerkhäusern. Hier der Zeltplatz, auf einer Fulda-Insel nahe des Zentrums gelegen.

Auf der anderen Seite des Ortes: Die Brücke über die Werra.

In Hann. Münden konnte ich endlich auch das vergessene Buch erwerben und eine neue Gaskartusche war nötig. Schraubkartuschen, wie ich sie brauche, gab's allerdings nur im Baumarkt, der natürlich in einem Vorort (wie könnte es anders sein) oben auf dem Berg lag. Aber abends dann nett Essen auf dem Platz vorm Rathaus.

Am nächsten Tag dann weiter die Fulda hinauf.

Und der Fulda-Radweg ist tatsächlich ...

... ausgesprochen malerisch.

Auch Kassel liegt an der Fulda, aber viel habe ich von der Stadt nicht gesehen. Die Documenta war noch nicht eröffnet und das Kurbad hier war eher eine Kneipe.

Weiter durch Kasseler Vororte ...

... und dann auf schönen Wegen bis nach Grifte, einem kleinen Dorf schon abseits vom Fulda-Radweg. Hier betreibt ein Radbegeisterter in seinem Garten einen kleinen Kaffee- und Eisstand, der mir doch sehr gelegen kam. Wir kamen ins Gespräch und als ich ihm von meinem Plan erzählte, jetzt auf mehr oder weniger direktem Weg nach Frankfurt zu radeln, meinte er, dass ich da doch lieber weiter auf dem Fulda-Radweg bis nach Fulda und dann auf dem hessischen Radweg R3 Richtung Frankfurt fahren sollte. Ähnliches hatte mir auch schon eine Radlerin in Hann. Münden gesagt, und da ich Komoot, was die Berge angeht, nicht mehr so recht traute, entschied ich mich, um zu disponieren.

War mein Zeltplatz für die Nacht auf der alten Strecke nur noch 10 km weit entfernt, musste ich auf der neuen Route noch ca. 40 km bis Rotenburg an der Fulda zum nächsten Zeltplatz - da hieß es sich ranhalten. Zunächst leitete Kommot mich über eine eckelige, natürlich ansteigende und viel befahrene Landstraße zurück zum Fulda-Radweg, der dann allerdings wieder sehr schön zu fahren war.

Auch durch das schöne Melsungen.

Dann kurz vor Binsfort ging's über eine händisch zu bedienene Kabel-Fähre über die Fulda. Man öffnet das Tor, stellt das Fahrad rein, steigt selbst ein, schließt das Tor wieder und muss dann eine Kurbel drehen, wodurch die Fähre an dem Kabel, an dem sie hängt, auf die anderen Seite gezogen wird.

Ganz schön anstrengend - zumal das Ganze für 2 Personen konzipiert ist. Ich war aber nun mal allein.

Und weiter Richtung Rotenburg, die Strecke zog sich etwas.

Kloster Altmorschen.

Und schließlich Rotenburg a.d. Fulda. Hier schon am nächsten Morgen, denn im Camping gab's keine Brötchen, also Frühstück im Ort, ...

... der aber doch auch sehenswert ist.

An diesem Tag begann es heiß zu werden.

Am Vorabend Ich hatte ich auf dem Camping zwar einen Bühnenbildner kennengelernt, der bei den Festspielen in Bad Hersfeld arbeitet und mir angeboten hatte, doch mal zu gucken, wie sie da so proben, aber letztlich habe ich mir den Umweg durch Bad Hersfeld City und die Burgruine, auf der das Festival stattfindet, doch geschenkt. Der Ort war nicht so einladend.

Obwohl in Hessen wg. Fronleichnam ein langes Wochenende war und viele sportliche E-Bike-Fahrer unterwegs waren, stellte die Versorgung auf der Strecke ein echtes Problem dar. Schließlich gab's in Asbach immerhin eine Tankstelle mit Kaffee, Gebäck und Eistee. Nichts geht doch über eine romantische Rast an der Straße!

Und weiter ging's ....

... bis zum Camping in der Burgenstadt Schlitz, der wg. des Feiertags allerdings total überfüllt war. Aber mit meinem kleinen Zelt bekam ich noch einen Platz im Vorgarten des Campingwarts und konnte - da der Camping mit dem Freibad verbunden ist und dessen Sanitäranlagen nutzt - in der dortigen Waschmaschine sogar meine Wäsche waschen und währenddessen auch noch baden gehen! Was will man mehr?

Richtig: Essen!

Das gab's im Schloss-Park nebenan.

Aber auf dem Camping gab es natürlich wieder mal keine Brötchen am Morgen, also Frühstück beim Bäcker in Schlitz.

Und die Stärkung sollte ich brauchen! Denn Komoot hatte auf dem Weg nach Fulda doch tatsächlich einen Berg entdeckt mit schönen 8% Steigung, den es mir doch noch präsentieren wollte, statt den flacheren Radweg zu nehmen, weil der wohl zwei Kilometer Umweg bedeutet hätte.

Das bedeutet nicht nur, dass ich (nach ein wenig Schieben) wieder schöne Aussicht genießen konnte. So ein Berg am Anfang des Tages steckt einem noch den ganzen Tag in den Knochen!

Rast bei Neuhof. Im Hintergrund der Kaliberg, ein Überbleibsel vom Kaliabbau in der Region.

Die Strecke blieb auch hinter Fulda zunächst durchaus bergig ...

.. und der Weg zog sich daher etwas.

Steinau an der Straße. Der schöne Ort heißt tatsächlich so!

Vorbei ging's an der leeren Kinzigtalsperre. Hier Blick auf die Staumauer.

Der nächste Zeltplatz wäre wohl in Bad Orb gewesen, allerdings konnte ich nicht herausbekommen, ob es ihn tatsächlich gibt oder ob es nur den Plan der Pfadfinder gibt, einen solchen anzulegen. Die aktuellste Webseite, die ich gefunden habe, stammte aus dem Jahr 2017 und damals zumindest gab es nur den Plan. Da der Camping, wenn es ihn denn gibt, zudem etwas vom Wege ab und natürlich auf einem Berg liegt, habe ich doch lieber ein Hotel in Bad Soden gesucht - was wegen des langen Wochenendes nicht ganz einfach war. Hier Blick vom Griechen auf den Kurpark Bad Soden.

Nächster Tag: Endspurt nach Frankfurt, heute musste ich ankommen!

Und es war knallheiß. 36°C waren angesagt! Auf diesem Waldweg hier, war ich nicht etwa gelandet, weil ich da lang musste, sondern ich bin dort hinein gefahren, um endlich mal eine Pause im Schatten machen zu können.

Dann die Rettung: eine Eisdiele!.

Und endlich: Hanau.

Hanau Marktplatz.

Erster Blick auf den Main.

Und den Main entlang ging's dann auch weiter, allerdings praktisch ohne Schatten..

Rast auf halber Strecke zwischen Hanau und Frankfurt. Ich dachte: "Eigentlich bist du ja schon da", ...

... aber die Rest-Strecke zog sich bei der Hitze.

Allein in Frankfurt selbst habe ich noch drei Pausen im Schatten gebraucht.

Aber dann: Am Ziel! Zwei Sitzungtage in klimatisierten Räumen locken.

 


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